Mai 24

Meine ersten Gehversuche in Mixed Media hättest du so wahrscheinlich nicht erwartet…

Kreativ Manufaktur

6  comments

Du hast ja schon in meiner „Über mich“ Seite gesehen, dass bei mir alles irgendwie ein wenig von der herkömmlichen Norm abweicht – also ist es hier natürlich nicht anders gewesen. Mein allererstes Mixed Media Projekt war kein Bild, keine Seite im Art Journal und auch keine Leinwand, sondern ein altes kleines Schränkchen. Damals wusste ich noch nicht, dass es dafür einen Begriff gibt, nämlich Mixed Media.

Wie es dazu kam, erfährst du hier:

Meine Tante hatte im Norden Deutschlands so ein wunderschönes altes Bauernhaus mit Reetdach und Butzenscheiben. Ich war als Kind ganz verliebt in das Haus und die Scheiben, bis ich eines Tages beim Putzen der Scheiben helfen sollte und Zack – weg war es mit dem Zauber. Wenn Du jemals solche Scheiben putzen musstest, weißt du genau, was ich meine.

Zu dem Haus gab es eine alte Scheune und eines Tages, als ich meine Tante mal wieder besuchte war sie damit beschäftigt diese auszuräumen. Ich gestehe alte Häuser, Scheunen, Flohmärkte sind Orte, die mich magisch anziehen, weil man da Schätze finden kann und ich mir beim Betrachten oft die Frage stelle, was die Gegenstände wohl erzählen würden, wenn sie sprechen könnten. Es gab mal vor Jahren eine Sendung im Fernsehen, da haben Menschen alte Häuser gekauft und renoviert. Manche fanden unter alten Dielen oder im Gebälk oder alten Kommoden Liebesbriefe, Fotos, Tagebücher etc. Mein Haus wäre vermutlich nie fertig geworden, weil ich versunken wäre in das Finden von Schätzen. In einer Scheune fand ich sogar bei einem Freund meines Bruders einen unter Heuballen verstaubten und zugeschütteten Jaguar E-Type, aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zu der Scheune meiner Tante.

Sie war gerade dabei ein kleines Weichholznachtschränkchen, das in so einem Beige angestrichen war, welches man früher oft verwandt hatte, in den Hof zum Entsorgen zu stellen als ich es erblickte.

Sofort eilte ich zu dem Schränkchen mit seinen 3 Schubladen und einer Schranktür und wollte es unbedingt retten, bevor sein letztes Stündchen geschlagen hätte. Auf die Frage, was ich damit wolle, zuckte ich die Schultern und meinte, keine Ahnung, da fällt mir bestimmt noch etwas ein, aber erst mal nehme ich es mit nach Hause.

Lach jetzt bitte nicht, aber ich fuhr glücklich mit dem alten, verstaubten Schränkchen nach Hause ohne einen Plan wo ich es hinstelle und was ich damit machen werde. Auf jeden Fall hatte ich es gerettet und das war das Wichtigste für den Moment. Wen interessierte da schon das Platzproblem. Also mich jedenfalls nicht.

Da ich vom Gemüt her jemand bin, der glaubt, dass einem das was man benötigt auf irgendeine Weise zukommt, sollte es nicht lange dauern bis ich eine Inspiration erhalten sollte.

Ich war zum Kaffee bei einer Freundin, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte eingeladen und voilà, in der Ecke ihres Esszimmers stand direkt am Fenster ein wunderschöner Stuhl mit einem Rosenmuster. Ich fragte sie, woher sie den Stuhl hat, da ich noch nie in einem Möbelhaus so einen gesehen hatte. Sie meinte, eine Bekannte würde ganz normale Stühle mit so was Ähnlichem wie Geschenkpapier aufmöbeln und sie hätte das mit dem Rosenmuster so bestellt.

Ihr könnt euch vorstellen, ich war sofort angefixt und wollte wissen, was das wohl sein sollte, so ähnlich wie Geschenkpapier? Und Google gab es damals noch nicht. Also war ich ganz traditionell unterwegs, indem ich im Bastelladen nachgefragt habe und somit erfuhr, dass es Découpage Papier sei und man einen speziellen Kleber bräuchte. Nun gefielen mir die Papiere gar nicht, die da so lagen, aber ich bin ja kreativ – zum Glück.

Also kaufte ich den Kleber und ganz normales Geschenkpapier, Servietten und etwas Glitzer. Manchmal darf es auch etwas Glitzer im Leben sein.

Im Baumarkt holte ich noch Schleifpapier, Abbeize, Acryllack und Malerfolie. Nun konnte ich Starten mit meinem Projekt.

Den Schrank habe ich mit so einer Gelabbeize erst mal von seiner langweiligen Farbe befreit. Das Schlimmste war ja jetzt das Warten, bis ich weitermachen konnte, wo doch das Schränkchen in meinem Kopf schon mit bunten türkistönen ganz frisch gekleidet sein sollte.

Im Keller hatte ich noch Reste von meiner türkisen Wandfarbe, weiße Farbe, Silberspray und etwas Abtönfarbreste, die ich gleich mit auf die Terrasse schleppte, um mein Schränkchen weiter zu bearbeiten.

Kennst du diese Vorfreude? Dieses Kribbeln, wen du es kaum erwarten kannst vor lauter Aufregung? Genau in diesem Zustand befand ich mich.

Ich habe geklebt, gepinselt, gesprüht, gemalt und Glitzer verteilt. Nun hieß es wieder warten, bis alles trocken ist. Das ist der Part, der für mich immer am schwierigsten ist, da bin ich echt Madame Ungeduld. Einer der Gründe, warum ich fast nie bemalte Fingernägel habe, weil ich immer rein tapse und das dann nicht schön, aussieht.

Zum Schluss habe ich den Schrank noch mal mit Acryllack versiegelt.

Ist das Schränkchen perfekt geworden? Nun, das ist Betrachtungsweise. Für mich ist es das, weil es mein ERSTES Projekt war, so zu experimentieren. Weil es meine Lieblingsfarben trägt, weil es bunt ist, weil es EINZIGARTIG ist, weil es FREUDE beim Gestalten gemacht hat, ok – bis auf das Warten zwischen den Arbeitsschritten, weil es ohne mich auf dem Müll gelandet wäre und sich bei mir eines neuen Lebens erfreuen darf.

Das Schränkchen steht übrigens direkt neben meinem Bett und ist mein Nachtschränkchen.

Mittlerweile habe ich schon weitere Möbel mit Shabbyfarbe und Papieren und Stempeln verziert.

Und weißt du, was das Geniale daran ist. Du bist MUTIG, lässt deiner KREATIVITÄT freien Lauf, weil wenn etwas sowieso entsorgt werden soll, dann kannst du nichts falsch machen, dann bist du frei. In unserer Erziehung haben wir oftmals gelernt dass wir nicht verschwenderisch sein dürfen gerade mit Dingen die viel Geld kosten . Bei einem Upcycling Projekt bist du in der FREUDE und danach hast du ein neues Möbelstück, das so EINZIGARTIG ist wie DU!

Ich bin davon überzeugt, dass in jedem von uns ein Künstler steckt! Vielleicht schläft er gerade oder traut sich noch nicht, weil falsche Glaubenssätze und doofe Sprüche aus der Kindheit dich bis ins Erwachsenenalter verfolgen. Aber er ist da, ganz sicher und ich möchte dir mit meinem Blog und meinem Newsletter Mut machen und dich inspirieren ihm Raum zu geben, damit auch du mehr Lebensfreude durch Kreativität erhältst.

Mein Schränkchen und ein paar andere Inspirationen dazu siehst du auf den Bildern.

Wie ich es vom Schränkchen aufs Papier geschafft habe, erfährst du im nächsten Blogbeitrag von mir.

Wo und mit was lebst du deine Kreativität aus?

Was wolltest du schon immer kreativ machen und hast es nicht umgesetzt?

Was brauchst du, um dein erstes kreatives Projekt in die Tat umzusetzen?

Ich freue mich auf deine Kommentare.

Deine Schatzfinderin

About the author 

Regina Hüblein

Regina Hüblein "die Schatzfinderin" ist Lebensfreudecoach und Mixed Media Künstlerin. Kreativität lebt sie in vielerlei Hinsicht beim Malen, Singen, Kochen und Schreiben aus. Darüberhinaus ist sie von Kindheit an fasziniert von Leuchttürmen. Eine besondere Leidenschaft verbindet sie mit Andalusien und der Tapas Küche. Und last but not least liebt sie Katzen.

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  • Was für ein inspirierender Blogartikel über Dein erstes Mix Media Werk!
    Die Kommode ist wunderschön geworden und mit der dazugehörigen Geschichte gleich noch mal schöner!

    Reply

    • Liebe Anja,
      herzlichen Dank für deine lieben Worte. Ich freue mich sehr wenn ich dich inspirieren konnte mit meinem Beitrag.
      Und wie schön dass dir die Kommode und die Geschichte dazu gefällt. Vielleicht magst du ja auch mal ein Möbelstück retten?

      Herzlichst

      Regina

      Reply

  • Vielen lieben Dank für die schöne Geschichte, liebe Regina!!
    Da sind wir zwei wohl verwandte Geister!
    Mir geht´s ganz ähnlich.
    Derzeit habe ich einen Sommerhut in Arbeit.
    In meinem Sammelsurium habe ich dazu passend gefunden:
    Seidenblumen, eine Spitze und noch einen Schal in genau der Farbe vom Hut.
    Einem leicht gelblichen Cremeton. Nicht mehr ganz weiß und noch nicht Gelb.
    In meinem Kopf sehe ich den traumhaft schönen Hut schon fix und fertig vor mir liegen. Hoffentlich kommt dann ein sonniger Tag ohne Wind, um ihn auch tragen zu können.
    Wir haben hier eine Pferderennbahn. Ein Renntag auf der Rennbahn wäre genau der richtige Ersteinsatzort für meinen Hut.

    Wenn ich ihn fertig habe schicke ich euch ein Foto.
    Bussi

    Reply

    • Hallo Elisabeth,
      es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat und du dich darin wiederfinden konntest.
      Ich bin sehr gespannt wie sich dein Hut entwickelt und freue mich auf weitere Kreativität von dir.

      Herzlichst

      Regina

      Reply

  • Liebe Regina, deine Geschichte gefällt mir so gut, da werden Erinnerungen wach! Ich kann dich so gut verstehen und nachvollziehen, was in dir vorgegangen sein muss, als du deine erste Kommode sozusagen gerettet hast. Und wie schön sie geworden ist! Dass sie immer noch bei dir ihr Dasein fristet, spricht doch dafür, mit welcher Aufmerksamkeit und Liebe du die Dinge behandelst, wie sehr sie dir am Herzen liegen! Mit der dir eigenen Begeisterung du versuchst, auch uns diese wundervolle Kreativität nahe zu bringen und dein Wissen in die Welt zu tragen. Dafür hab ganz herzlichen Dank und weiter so! Es ist so schön, dass es dich gibt!

    Reply

    • Liebe Christiane,
      ich bin ganz berührt von deinen lieben Worten. Du bist selbst so kreativ und ich liebe deine witzige Umsetzung deiner Tierchen. Genaugenommen freue ich mich immer darauf diese in deiner Story zu sehen. Du bist offen und neugierig auf Neues und hast dir diese kindliche verspielte und humorvolle Ader bewahrt. Ich bin gespannt was ich noch alles an kreativen „Ausbrüchen“ bei dir sehen darf.

      Herzlichst

      Regina

      Reply

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