August 31

Freundschaft oder Lebensabschnittsgefährten

Coaching

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Freundschaft oder Lebensabschnittsgefährten?

Der Monat August stand für mich ganz bewusst unter dem Stern der Freundschaft. D. h. nicht, dass ich in den anderen Monaten nicht meine Freundschaften pflege, aber ich wollte mich einmal direkt auf dieses Thema einlassen und es sehr präsent machen. Auch unter dem Aspekt was ist für mich eigentlich Freundschaft und wo sind es Lebensabschnittsgefährten?

In meinem Newsletter hatte ich dir als Symbol für die Freundschaft schon von dem Symbol der „Unendlichkeit“ geschrieben und diese liegende 8 auch genau für das Monatsthema gewählt. Die entsprechende Karten, die ich gestaltet habe, steht dir als Freebie für deine private Verwendung zur Verfügung. Am Wochenende hatte ich als Inspiration meine Puzzle-Freundschafts-Karte auf meinem YouTube Kanal und wenn du es gesehen hast, dann hast du ja auch die Geschichte hinter dem Puzzle vernommen, die wiederum mit meinem besten Freund zu tun hat.

Neben meiner eigenen Definition für Freundschaft wollte ich natürlich wissen, wie denn eigentlich die „offizielle Definition“ lautet. Dazu habe ich auch diesmal Wikipedia befragt:

Wikipedia - Freundschaft

Zum Aufbau, zur Förderung oder zum Erhalt einer Freundschaft gehören Eigenschaften, Gefühle und Verhaltensweisen wie Achtung des anderen, Selbstachtung (Persönlichkeit ), Selbstbewusstsein, Toleranz, Respekt, dauerhafte Zuneigung, Sympathie, Gegenseitigkeit bzw. Beidseitigkeit, Wohlwollen, Anteilnahme, Vertrauen, Treue, Verlässlichkeit, Solidarität, gleiche oder ähnliche Wertvorstellungen (Wert), Wahrhaftigkeit, Offenheit, Freiwilligkeit (Freiheit ), Kennen und Verstehen des anderen. Ebenfalls zur Freundschaft gehören aber auch Takt und Scham, also die Spannung zwischen Distanz bzw. Reserve und Nähe bzw. Intimität, sowie der Ausschluss offener Sexualität.

Einer Freundschaft abträglich, bzw. von zerstörender Wirkung für dieselbe sind Eigenschaften, Gefühle oder Handlungen wie Zwang, Zudringlichkeit, Gewalt, Distanzlosigkeit, Verstellung, List, Lüge, Ironie, Sarkasmus, verletzende Rede oder Tat, Taktlosigkeit, Gleichgültigkeit, Untreue, Vertrauensbruch, Verrat, Hass u. a. m.

Der Freund/die Freundin ist zu unterscheiden von dem Schmeichler, dem Verbündeten, dem Partner, dem Anhänger, dem Geliebten. Diese besitzen zwar alle Eigenschaften, die für ein Freundschaftsverhältnis z. T. ebenfalls typisch sind, doch sind es im Gegensatz zur „wahren“ Freundschaft (Aristoteles, 384-322 v. Chr.) durch ausschließlich persönlichen Nutzen und/oder Freude (Lust) motivierte „unpersönliche“ Zweck- und Leistungsbeziehungen. Das heißt, nicht, dass Nutzen und Freude (Lust) in Freundschaften nicht auch eine gewisse Rolle spielen können. (*1)

Was wir unter „Freundschaft“ verstehen, variiert von Mensch zu Mensch. Zumal es die unterschiedlichsten Arten von Freundschaften gibt:

  • Lose Freundschaften
  • Beste Freunde (modern auch „BFF“s – „Best friends forever“)
  • Zweckgemeinschaften (auf Zeit)
  • Freundschaft plus (hier kommt Sex dazu, auch als „F+“ abgekürzt oder „friends with benefits“)

Selbst Forscher tun sich mit einer Definition schwer. Der Philosoph Aristoteles nannte Freundschaft mal „eine Seele in zwei Körpern“. Andere sagen: „Ein wahrer Freund ist der, der Deine Hand nimmt, aber Dein Herz berührt.“

Freundschaft ließe sich auch als eine freiwillige, persönliche Beziehung definieren, die auf gegenseitiger Sympathie, auf Vertrauen, Selbstlosigkeit und Unterstützung beruht. Ganz eindeutig ist allerdings auch das nicht.

Bis ins 17. Jahrhundert wurden die Begriffe „Freundschaft“ und „Verwandtschaft“ sogar synonym gebraucht. Diese ursprüngliche Bedeutung hat sich bis in die heutige Zeit in einigen Dialekten erhalten. Ähnliches lässt sich für den Begriff „Blutsfreundschaft“ feststellen, der ursprünglich ebenfalls Verwandtschaft bedeutete.

Fest steht nur: Die Sehnsucht nach Freunden ist uns angeboren. (*2)

So viel zu der Definition im Internet.

Doch wie schaut es mit deiner eigenen Definition zum Thema „Freundschaft“ aus?

Ich mag den philosophischen Ansatz von Aristoteles und auch mit dem Satz „Ein wahrer Freund ist der, der Deine Hand nimmt, aber dein Herz berührt“ gehe ich in Resonanz.

Wie ihr wisst, bin ich ja im Norden geboren und da ist diese „Bussi-Gesellschaft“ die es doch vermehrter im Süden gibt nicht so vorhanden. Das soll keine Bewertung darstellen, sondern einfach einen Umstand, mit dem ich als Kind aufgewachsen bin. Man betrachtete die Menschen, die neu ins Leben traten, mit einer gewissen Vorsicht und manchmal auch mit Skepsis. Jemand „Fremden“ beim ersten Kennenlernen zu umarmen und zu küssen gab es in meiner Welt nicht. Und meiner Persönlichkeitsstruktur kommt das auch sehr gelegen.

Du meinst, hey, aber du bist auf Social Media, hasst ein öffentliches Profil, einen YouTube Kanal…

Stimmt und du bekommst mich hier auch immer authentisch, aber es gibt Dinge, die mache ich mit mir selbst oder mit meinen ganz engen Freunden aus. Das siehst du nicht und das teile ich auch nicht nach außen.

Meine langjährigen Freundschaften gleichen eher Gräsern. Damit meine ich, dass sie nicht immer in voller Blüte und in leuchtenden schillernden Farben leuchten, sondern von Beständigkeit, tiefer Verbundenheit und Loyalität standhaft und unverwüstlich jedem Wetter trotzen. Manche neue Freundschaft zeigt diese Tendenz und ich erfreue mich an dem Wachstum. Andere wiederum stellten sich als nicht ganz wettertauglich heraus, wenn du verstehst was ich meine 😉. Früher hätte ich damit lange gehadert und versucht unbedingt zu kitten, zu flicken was das Zeug hält und dabei meine eigenen Bedürfnisse und Werte komplett in den Hintergrund gestellt.

Heute mache ich das nicht mehr. Heute sage ich Danke, für das, was ich durch deine Begleitung lernen durfte. Es ist wie in einem Zug, in welchem Fahrgäste ein- und aussteigen.

Manche registrierst du kaum und andere sind dir sofort vertraut und du fühlst dich stark verbunden und kannst dir vorstellen deine komplette weitere Reise mit ihnen zu verbringen. Doch dann gibt es Hindernisse auf der Strecke, etwas blockiert von außen und aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen steigt dein Fahrbegleiter vielleicht aus. Vielleicht verhältst du dich auch situationsbezogen nicht so wie der andere es gerne hätte, und vielleicht bist du auch selbst gerade überfordert. Das Resultat ist das Gleiche. Der Platz neben dir wird frei, wo du doch dachtest ihr seid so verbunden. Du fragst dich, was passiert ist und zweifelst vielleicht an dir und dann, ja dann kommt die Erkenntnis, dass es eben eine Lebensabschnittsbegegnung war. Für genau diesen Reiseabschnitt war es eine passende und stimmige Begleitung, aber eben auch nicht mehr. Ich sage nicht, dass es nicht wehtut und das es auch eine gewisse Trauer mit sich bringt. Das ist vollkommen natürlich und darf sein.

Vielleicht magst du es ja unter dem Aspekt betrachten, dass der freie Platz dir mehr Raum für dich selbst und für die Freundschaft zu dir verschafft. Und wenn dir das zu abstrakt erscheint, dann erfreue dich daran, dass du etwas gelernt hast und nun mehr Zeit und Raum für jemand anderen hast. Genaugenommen für wahre, echte Freundschaften die eben nicht der schillernden aber vorübergehenden Blütenpracht zum Opfer fallen. Und bei näherer Betrachtung sind Gräser sehr schön.

Wie lange halten Freundschaften?

Alle sieben Jahre verlieren wir angeblich die Hälfte unserer engsten Kontakte. Das hat der niederländische Soziologe Gerald Mollenhorst einmal ermittelt. Für seine Langzeituntersuchung wertete der Wissenschaftler 1007 Datensätze von Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus. Dabei stellte er fest, dass zwar die Anzahl unserer engen Freunde im Verlauf von sieben Jahren einigermaßen stabil blieb, die Beziehungen selbst aber wechselten. Nur 30 Prozent der Freunde von einst standen noch im gleich engen Verhältnis zueinander wie zuvor. Nur 48 Prozent waren noch miteinander befreundet. Der Rest bestand aus einem völlig neuen Freundeskreis.

Das deckt sich mit Studien von Robin Dunbar. Der ermittelte die sogenannte Dunbar-Zahl, wonach wir – im Durchschnitt – nicht mehr als 150 stabile Kontakte haben (können). Oder anders formuliert: „Freunde sind Menschen, die bleiben, wenn alle anderen gehen.“

Eine interessante Studie finde ich. Somit kann ich mich sehr glücklich schätzen, dass ich ein paar über Jahrzehnte andauernde Freundschaften habe. Meine längste seit der Vorschule.

Bei genauerer Betrachtung des Wortes Freundschaft, in welchem ja bereits angelegt ist, dass etwas geschafft wird, zeigt sich für mich die komplette Bandbreite dessen was in einer wahrhaftigen Freundschaft vorhanden ist.

Gerne teile ich auch diese Gedanken mit euch und freue mich wie immer über eure Rückmeldungen.

F        ürsorglich

R        espektvoll

E        hrlich

U        nbezahlbar

N        ährend

D        ankbarkeit

S        eelennahrung

C        harakterstark

H        umorvoll

A        chtsam

F        einfühlig

T        röstend

F        üreinander da sein

R        atgebend

E        mpathisch

U        nerschütterlich

N        achsichtig

D        auerhaft

S        tark

C        ouragiert

H        erzlich

A        ufmunternd

F        riedvoll

T        ierisch

Was ist Freundschaft für Dich?

Was verbindet dich mit deinen Freunden?

Wie merkst du, dass jemand mehr als „nur“ ein Bekannter, sondern ein echter Freund ist?

Was schätzen deine Freunde am meisten an Dir?

Wie immer freue ich mich auf deine Kommentare.  

Herzlichst

Deine Schatzfinderin Regina

*1= Freundschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Freundschaft)

*2= Freundschaft: 9 Merkmale wahrer Freunde (https://karrierebibel.de/freundschaft/)

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About the author 

Regina Hüblein

Regina Hüblein "die Schatzfinderin" ist psychologischer Personal und Business Coach, Kreativcoach und Mixed Media Künstlerin. Kreativität lebt sie in vielerlei Hinsicht beim Malen, Singen, Kochen und Schreiben aus. Darüberhinaus ist sie von Kindheit an fasziniert von Leuchttürmen. Eine besondere Leidenschaft verbindet sie mit Andalusien und der Tapas Küche. Und last but not least liebt sie Katzen.

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